Bakterien im Dieseltank

Ein immer häufiger auftretendes Problem ist die Bakterienbildung im Kraftstofftank. Das Ergebnis ist eine manchmal schlammige, manchmal geleeartige Masse, die sich am Boden des Tanks in Verbindung mit Wasser bildet, dort langsam größer wird und durch Seegang hin- und hergeschoben wird. Dieser qualen- bis wurmförmige Brei wird irgendwann von der Kraftstoffleitung angesogen und verstopft diese augenblicklich.  Ich habe diese Erfahrung in den letzten Jahren auf zwei verschiedenen Booten erlebt und beide Male musste der Tank geöffnet und der Dreck abgepumpt werden.

Die Entwicklung der Bakterien wird heute durch den Zusatz von Biokraftstoff begünstigt, außerdem sorgen bei den modernen Bootsmotoren die Rücklaufleitungen mit ihren hohen Durchflussmengen für eine starke Erwärmung des Tankinhaltes und damit für günstige Wachstumsbedingungen.

In engen Fahrwassern oder beim Ansteuern von Häfen wird man wohl kaum genügend Zeit finden, eine Tankreinigung vorzunehmen. Vorbeugend hilft hier neben Additiven, die dem Kraftstoff zugesetzt werden, das Mitführen eines gefüllten Reservekanisters und eines passenden Stückes Kraftstoffschlauch, das auf der Saugseite der Förderpumpe angeschlossen wird. Mit passenden Schellen oder gegebenenfalls eines bereits aufgepressten Ringstückes mit Hohlschraube sollte diese Notleitung vor ihrem Einsatz einmal anprobiert werden.

 


Das Entlüften dieser kurzen Leitung geht schnell und kann entweder durch cranken, also törnen des Motors mit dem Anlasser oder durch den Handhebel an der Pumpe erfolgen. Reihenfolge: Kraftstoffleitung anschließen, Entlüftungsschraube am Filtergehäuse aufdrehen und Motor cranken oder von Hand pumpen. Sobald keine Luftblasen mehr kommen, Schraube zudrehen, gleichzeitig wird der Motor bei Benutzung des Anlassers anspringen!

Es ist zu beachten, dass uns nun nicht der volle Kanisterinhalt zur Verfügung steht, da ja über die Rücklaufleitung eine vom Motortyp abhängige Menge Kraftstoff in den Tank geleitet wird. Für das Anlaufen eines Hafens und dem dann folgenden Anlegemanöver reicht er aber allemal aus.